© Gerhard Brose / pixelio.de Trödelschätze in Schöneberg

Szene mit Geschichte: Schöneberg

Hier hat kein geringerer als David Bowie in den 1970er-Jahren gelebt und mit seiner Berlin-Hymne „Heroes“ Musikgeschichte geschrieben. Lange her! Aber wieder aktuell: In „Where are we now?“ besingt Bowie alte Zeiten im schwulen Bermuda-Dreieck in West-Berlin: „Sitting in the Dschungel on Nürnberger Straße …“ Sein neues Album, im März 2013 veröffentlicht, gibt dem Mythos neue Nahrung und lockt sicher noch mehr queere Touristen hierher.

Dabei kann der schwule Kiez zwischen Fugger-, Motz- und Maaßenstraße sowie Nollendorfplatz mit noch ganz anderen Geschichten aufwarten: Christopher Isherwood lebte von 1929 bis 1933 in der Nollendorfstraße 17 und genoss das wilde Szeneleben. Bereits seit den 20er-Jahren gab es im Karree an die 40 Lokale für Schwule und Lesben. Isherwood verdichtete seine Erlebnisse in Romanen wie „Goodbye To Berlin“, daraus wurde später das Musical „Cabaret“. Tja, hier weht der Wind der Geschichte …  

Bund und wild wie in den Goldenen Zwanzigern  

… und „steppt der Bär“, wie die Berliner sagen. Die Szene ist vielfältig und abgefahren. Und fetischlastig! Deshalb steigt hier (neben dem größten schwul-lesbischen Straßenfest Europas im Juni) im September das Folsom Europe-Straßenfest. Der Ableger der Folsom Street Fair in San Francisco lockt Fetisch-Fans aus ganz Europa an.

Zum Ausgehen sind diese Kneipen, Cafés, Fetischbars, Cruisingclubs top: Heile Welt, Hafen, Café Berio, HarDie’s Kneipe, Bull, CDL, Mutschmann‘s, New Action, Prinzknecht, Reizbar, Scheune, Tom’s Bar oder Woof.

Schick und gut essen lässt sich im Restaurant More und im Sissi, etwas rustikaler in der Raststätte Gnadenbrot. Weitere Tipps: die Restaurants Gustav,La Cocotte oder Zsa Zsa Burger.

Geistige Nahrung gibt’s im Buchladen Eisenherz, einer Schöneberger Institution. Apropos Institution: Begine ist seit über 20 Jahren das Kulturzentrum nur für Frauen.

© Rolf-Wenkel/pixelio.de Das Badeschiff in Kreuzberg

International durch die Nacht : Kreuzberg, Neukölln, Friedrichshain

Ehrlich, Deutsch braucht hier kein Mensch! Mit Englisch kommt man bestens aus. Und überall hört man Spanisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, erstaunlich oft Hebräisch und Chinesisch – tja, nun ist Berlin endgültig eine WELT-Stadt geworden! Das lässt sich nirgends besser ablesen als an der queeren Szene in den Stadtteilen Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain.

Schon ein Rundgang über den sonntäglichen Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz in Friedrichshain oder ein Besuch in einer x-beliebigen Bar reichen, und man erlebt, wie jung und international Bevölkerung wie Szenepublikum sind. Das gilt auch für den ehemaligen Mauerkiez um die Oranienstraße, wo es noch das typische Kreuzberg-Feeling gibt. Oder rund um die etwas gediegenere Bergmannstraße.

Immer angesagter ist der Teil von Neukölln, der direkt an Kreuzberg grenzt: Im Reuter-Kiez entstand eine lebendige Szene mit Galerien, Kneipen, Restaurants und Clubs wie dem Café Liberda und der queeren Bar Silver Future.  

Partytime: 7 Tage die Woche, rund um die Uhr  

„Kreuzberger Nächte sind lang“, heißt ein alter Hit. Stimmt! Hier ist immer wer unterwegs, auch unter der Woche; die Barbie Bar und das plüschige Rauschgold sind hier zu finden.. 

Das SchwuZallerdings ist nach Neukölln umgezogen, und liegt jetzt mitten im Rollberg-Kiez.

Die Oranienstraße bietet mehrere In-Locations: die kultige Absturzbar Roses und das SO36, einer der vielseitigsten queeren Clubs für Partys und Konzerte. Marianne lockt vornehmlich Frauen, gemischter geht’s im trendy Möbel Olfe zu, das gilt auch für den Südblock – dit is Kreuzberg!

Aber auch Friedrichshain lockt: Auf dem Weg von Kreuzberg dorthin, über die Oberbaumbrücke, liegt die coole Kunst-Kneipe Barbie Deinhoff’s und gleich hinter der Brücke die Karaoke-Bar Monster Ronson’s Sing Inn. Rund ums Ausgeh-Epizentrum Simon-Dach-Straße empfehlen sich: Kurhaus Korsakow und Himmelreich (dienstags: women’s lounge), Große Freiheit 114 und Sanatorium. Und zum Absacker geht‘s „Zum schmutzigen Hobby“, die Bar der landesweit bekannten Dragqueen Nina Queer!

© Fragasso/visitberlin.de Auf dem Weg nach Prenzlauer Berg

Familie trifft Szene: Prenzlauer Berg

Wenn sich ein Stadtteil verändert hat, dann Prenzlauer Berg. Und das radikal. Zu DDR-Zeiten ein Gebiet, in dem einfache Leute und viele Künstler wohnten, in Nachwende-Zeiten der In-Bezirk mit wilder Kneipenszene und Off-Kultur, leben hier nun viele junge Familien mit Kindern und dem nötigen Kleingeld. Die Bio-Markt-Dichte ist hoch, die der Cafés ebenso, und Shoppen lässt sich hier auch ganz gut, zum Beispiel in der schönen Rykestraße, die zum Wasserturm und der Jüdischen Synagoge führt.

Um die Ecke liegt eins der besten Restaurants der Gegend, das russische Pasternak. Doch der Stadtteil hat mehr zu bieten: Hip sind die Flohmärkte am Mauerpark (Achtung: Völkerwanderung!) und am Arkonaplatz. Apropos hip: Die Kastanienallee wird scherzhaft auch gern „Castingallee” genannt. Dort und in der benachbarten Oderberger Straße reiht sich ein Szeneladen an den anderen.

Auch für Szenepublikum ist etliches dabei. Etwa die Bar Marietta im Sixties-Look; hier ist der Mittwoch der schwulste Tag, montags ist es ruhiger – und lesbischer. Schwule Jungs schauen auch gern im Flax vorbei, wegen seiner familiären Atmosphäre.  

Shoppen, Ausgehen … und Cruisen  

Wer hip sein will, geht im Rice Queen asiatisch essen. Hier gilt: „Sehen und gesehen werden.“ Wer’s entspannter liebt, sollte ins Restaurant November mit herzhafter Gastronomie. Vis-à-vis locken im Sowohlalsauch die wahrscheinlich besten Torten der Hauptstadt alle schwulen Kaffeetanten. Das Schall und Rauch ist berühmt fürs leckere Frühstücksbuffet am Wochenende.

Eher Lust auf Cocktails und Longdrinks? Das perfekte Ambiente dafür bietet die Bar Perle. Und wer auf Party, Karaoke und Bingo steht, ist im Szenetreff Marienhof richtig. Außerdem zu empfehlen: die Bar Privatleben und die kultige Kneipe Stiller Don, die immer montags rappelvoll ist.

Schneller Sex gewünscht? Im Pornokino XXL. Auch Cruisingbars gibt’s hier mehr als genug: Greifbar, Stahlrohr 2.0, Cocks oder Darkroom legen wir ans Herz – und an das Körperteil, das ein Stück weiter unten kommt.

www.visit-berlin.de

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