Out in Berlin

© Brigitte Dummer

Bunt und beliebt: Schöneberg / Nollendorfplatz

Das „Rainbow Village“ in Berlin-Schöneberg ist tatsächlich bunt wie der Regenbogen. Von der Fuggerstraße und die Motzstraße bis zum Nollendorfplatz und der Maaßenstraße reihen sich die unterschiedlichsten Bars und Clubs, Restaurants und Shops aneinander. Zunehmend hat sich der Kiez zum Mekka für Fetischliebhaber jeder Couleur entwickelt. Sex und Fun wird groß geschrieben. Aber auch ernstere Themen sind nicht ausgespart. Am U-Bahnhof Nollendorfplatz erinnert eine Gedenktafel an die schwullesbischen Opfer des Nationalsozialismus: „Totgeschlagen – totgeschwiegen“.

An der Motzstraße zeigt eine Stele in Regenbogenfarben queer Selbstbewusstsein, und auf der Kreuzung Martin-Luther Straße/Kleiststraße gemahnt eine große rote Schleife an die Aids-Toten. Der Schriftsteller Christopher Isherwood hat einige Zeit im Bezirk gelebt (Nollendorfstr. 17) und Material für „The Berlin Stories“ gesammelt, die Motive für den Film- und Musicalwelterfolg „Cabaret“ geliefert haben.

Jede Menge Farben im „Rainbow Village“

Der Buchladen Eisenherz mit seinem riesigen Angebot für Mann und Frau ist ebenso eine Schöneberger Institution wie die Begine, das Kulturzentrum nur für Frauen, die sich auch gern in der Nah-Bar treffen. Das gastronomische Angebot reicht vom Café Berio über die Heile Welt, den Hafen und Hardies Kneipe bis zum schicken Restaurant More. Rustikales Pendant ist die Raststätte Gnadenbrot. Für kerlige Treffs empfehlen sich zahlreiche Locations wie BullMutschmannsNew ActionPrinzknechtScheuneTom’s Bar oder Woof. Neu hinzugekommen sind CDL-Bar und Maxxx Bar.

Einen modischen 70er-Jahre-Touch bringt das Ecklokal Blond in den Kiez. Neuerdings sorgt der S-Club, eine Gay Table Dance Bar, für erotische Schwingung. Fürs intellektuellere Vergnügen gibt es die Galerie Mianki mit Showroom und Werkstatt.

© Nadja Brendel Boxhagener Platz

Hip-Hop-Bezirke Kreuzberg, Neukölln, Friedrichshain

Mythos Kreuzberg – Kreative aus aller Welt schätzen das Miteinander der verschiedenen Kulturen mit allem Reibungspotenzial. Auch wenn der ehemalige Mauerkiez um die Oranienstraße im Lauf der letzten Jahre mehr Mainstream geworden ist, Verwechslungsgefahr mit dem etwas gesetzteren Kreuzberg um die Bergmannstraße besteht nicht. Zu einem neuen In-Bezirk hat sich der Teil von Neukölln entwickelt, der an Kreuzberg grenzt. Im „Reuter-Kiez“ entstand in den letzten beiden Jahren eine lebendige Szene mit Galerien, Kneipen, Cafés wie Dumpling oder Liberda und Clubs wie dem Silver Future. Typisch für Berlin: In der Weserstraße kann man im Su de Coucou aufregende Art-Performance erleben oder eine klamaukige Travestieshow im Theater im Keller. Zum Nostalgie-Tripp lädt die skurrile Kneipe Trommel weiter hinten im Kiez ein. Dauerbrenner für Berliner und Besucher ist weiterhin Friedrichshain mit seinen vielen Kneipen und dem lebhaften Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz.

Nightclubbing, Szenehopping

Das Kreuzberger SchwuZ ist eine Institution im schwullesbischen Nachtleben, ein Besuch dort gehört zum Standard. Die Barbie Bar und das kuschelige Rauschgold sind in der Nähe. Die Serene Bar (samstags traditionell in lesbischer Hand) ist ein Klassiker. Die Oranienstraße bietet Bewährtes und immer mal was Neues. Das SO36 ist eine der beliebtesten Locations für Partys, nicht selten reicht die Warteschlange bis vor die benachbarte Kneipe Roses. Früher am Abend sind eher Luzia oder das schräge Ambiente des Möbel-Olfe – besonders donnerstags – zu empfehlen. Interessante „Neuzugänge“ im Kiez sind das Golden Finish und Cutie Pie. Wer einen Abstecher über die Oberbaumbrücke macht, kann unterwegs im Barbie Deinhoffs rasten und landet dann in Friedrichshain. Gleich hinter der Brücke findet sich Monster Ronson’s Sing Inn mit Karaoke. Im Ausgehkiez um die Simon-Dach-Straße empfehlen sich das Himmelreich (Dienstag ist women’s lounge) oder die hanseatisch gestylte Männerkneipe (mit Darkroom) Große Freiheit 114

© Prenzlauer Berg Nadja Brendel

Flair und Vielfalt : Prenzlauer Berg

Prenzlauer Berg ist ein Berliner Bezirk mit eigenem Flair und fast legendärer Kneipendichte. „Musts“ gibt es natürlich trotz dieser Vielfalt. Die Bar Zum schmutzigen Hobby der Berufstranse Nina Queer gehört dazu. Am rappelvollen Mittwoch gibt es das „Glamourquiz“, moderiert von der Chefin höchstpersönlich. Nach dem Raten ziehen viele weiter zur Marietta, die im Sixities-Look gehalten ist. Hier ist besonders am Mittwoch „der Teufel los“. Wenn es das Wetter erlaubt, wird auch der Gehsteig von amüsierwilligen Gästen okkupiert. Montags ist es ruhiger – und lesbischer. Schwule Jungs gehen auch gerne ins Flax in der Chodowieckistraße. Die Atmosphäre ist hier sehr familiär und viele nutzen die Location als Sprungbrett ins Wochenende.

Bars mit Konzept

Nicht weit davon ist das November mit solider Gastronomie. Massive Holztische und die Lage an der Ecke Husemann-/Sredzkistraße sind eine gute Gelegenheit, hier bei Kaffee und Kuchen oder einem schönen Frühstück das Berliner Volk zu beobachten. Die Perle ist eine Bar für abends mit chilliger Atmosphäre fürs Pre-Clubbing. Weiter bummeln kann man zum Marienhof mit Karaoke- und Bingo-Veranstaltungen. Das Queens, Club und Café, ist eine neue Adresse für „women and friends“, Privatleben, eine Bar ganz in Rot, ist ebenfalls neu am Start. Das Schall und Rauch in der Gleimstraße ist berühmt für sein leckeres Frühstücksbuffet und deshalb vor allem am Wochenende sehr voll. Ein Schlenker in die Erich-Weinert-Str. 67 lohnt sich immer: Stiller Don ist seit Jahren ein Treff mit angenehmer Atmosphäre. Traditionell überfüllt ist es montags. Im Villis mit seinem Vintage 70er-Ambiente kommt das nostalgische Auge auf seine Kosten. Für anderweitige sinnliche Genüsse gibt es in der Greifenhagener Straße die Greifbar für Männerbegegnungen aller Art. Beliebt im erotischen Spiel sind auch das Stahlrohr 2.0, Cocks und der Darkroom. Merke: Berliner sind kommunikativ, egal in welchem Ambiente. 

www.visit-berlin.de

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