Out in Berlin

© Christian Sickmeier Galerie Noir

Nicht nur auf Leinwand

Berlins neue Galerienszene

Berlin, keine Frage, ist eine Kunststadt. Aber es war nicht alles Leinwand, worauf Kunst entstand. Wer hätte gedacht, dass das Betonungetüm, das als „Antifaschistischer Schutzwall“ gedacht war, zum größten Gemälde der Stadt würde und, nachdem der eigentliche Zweck obsolet geworden war, zur größten Galerie der Stadt, der East Side Gallery? Drei der Maler, die sich seit den Achtzigern mit der Mauer auseinandersetzten, sind Christophe Bouchet, Thierry Noir und Kiddy Citny. Seit 1994 kann man in der Galerie Noir einige ihrer Werke erwerben, ohne sich als Mauerspecht betätigen zu müssen.
Dort wird seit einiger Zeit auch französische Küche serviert, denn,
wie Thierry trocken feststellt: „Alleine eine Galerie, das rechnet sich nicht.“

So machen viele Galeristen aus der Not eine Tugend, verbinden mehrere Zwecke. Die Werkstattgalerie war bei der Eröffnung im Sommer 2007 ursprünglich auch als Werkstatt für den Künstler Pascual Jordan gedacht, doch musste diese bald der Kunst weichen. „Wir brauchten mehr Raum für Ausstellungen“, erklärt Mitinhaber Mirko Freiwald. Moderne Kunst wird gezeigt, Malerei und Fotografie, sowie Gruppenausstellungen. „Über Kunst als Medium wollen wir gesellschaftliche Themen ins Gespräch bringen“, sagt Mirko.

© Christian Sickmeier Christian Sickmeier

Showroom und Werkstatt

Nicht weit davon dreht sich ebenfalls alles um Kommunikation: „Ich suchte eine Werkstatt und wollte nicht in den dritten Hinterhof“, sagt Andreas Herrmann. So eröffnete er im Oktober 2008 seine Produzentengalerie Mianki als Showroom und Werkstatt und freut sich seither über zahlreiche Begegnungen mit Nachbarn und Interessenten seiner Kunst. Er arbeitet ausschließlich mit Wachs. Diese Enkaustik genannte Technik war schon in der griechischen Antike en vogue.
Während „Mianki“ ein Kunstwort ist und keinerlei Bedeutung hat, deutet der Name der im Herbst 2008 eröffneten Galerie Exile auf das Konzept hin. Künstler finden hier tatsächlich ein Exil. „Bisher ist der Raum hauptsächlich als Ausstellungsraum genutzt worden, in dem Gruppenausstellungen stattgefunden haben. Exile wird aber auch in Zukunft als Produktionsstätte und Residenz genutzt“, sagt Christian Siekmeier. Zur Galerie gehört eine kleine Künstlerwohnung unterm Dach, in der die ausstellenden Künstler wohnen können. So vielfältig wie die Stadt ist eben auch ihre Galerienlandschaft.

www.visit-berlin.de

Termine in Berlin

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31