Out in Berlin

© Staatliche Museen zu Berlin/Achim Kleuker: Nofretete

 

Von Antik bis Modern – Berlins Museen

Berlin gilt als kulturelles Zentrum von Weltrang. Das kommt nicht von ungefähr. Die Zahl der Museen ist riesig. Man könnte monatelang Ferien machen in Berlin und doch jeden Tag ein anderes besuchen – es gibt 175 davon! Von großer Kunst und Hochkultur bis zum Spartenmuseum. Hier ein paar Tipps zum Ausprobieren.

Der Hamburger Bahnhof, ein Hotspot für Liebhaber zeitgenössische Kunst, fand sein Domizil in einem ehemaligen, aber längst still gelegten Bahnhof. Von Ende Mai bis Oktober locken Arbeiten des US-amerikanischen Konzeptkünstlers Bruce Nauman. Führungen stehen ständig auf dem Programm, zum Beispiel zu solch illustren Themen wie über Idole und Fans in der Kunst „von Marilyn Monroe bis Michael Jackson“. 

Ein kleines Museum lässt die Puppen tanzen – und das ist wörtlich zu nehmen: Das Puppentheater-Museum Berlin lockt mit einer der bedeutendsten Sammlungen rund um die Geschichte des Puppentheaters. In der ständigen Ausstellung sind Marionetten, Handund Stockpuppen, Stab- und Flachfiguren aus vier Jahrhunderten und aller Welt zu bestaunen. Ein einmaliges Museum!

Auch das Schwule Museum ist einzigartig. Die Dauerausstellung bietet einen fundierten Überblick über die schwule Geschichte in Deutschland mit Schwerpunkt Berlin. Eine Art kollektives  Gedächtnis.  Hier  lässt  sich  ablesen,  wie  eine  Emanzipationsbewegung zustande gekommen ist, die auch Teil deutscher Geschichte ist. Sonderausstellungen sind u. a. Filmemacherin Elfi Mikesch und Regisseur Werner Schroeter (beide bis Ende Juni) oder ab Dezember 2010 Jean Genet zum 100. Geburtstag gewidmet. 

Das Verborgene Museum beschäftigt sich ebenfalls mit Geschichte – aus rein weiblicher Sicht. Es wurde 1986 mit dem Ziel gegründet, „Lebenswerk und Lebensgeschichte von Künstlerinnen bekannt zu machen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in Vergessenheit geraten sind“. Von Mitte März bis Ende Juni gibt es eine Ausstellung über die jüdische Tänzerin Tatjana Barbakoff, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde. 

Einblicke in ein einst so lebendiges kulturelles Leben, das nahezu vollständig vernichtet wurde, bietet das Jüdische Museum Berlin. Schon der postmoderne Bau des von Daniel Libeskind ist ein Erlebnis und zugleich ein Publikumsmagnet. Das Ausstellungsprogramm ist vielfältig, allein die historische Dauerausstellung über zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte lohnt einen Rundgang. Die Sonderausstellungen kommen innovativ daher, so stehen zum Beispiel von Ende April bis Anfang August Comics im Fokus. Denn: Nicht nur Superman stammt aus der Feder von jüdischen Zeichnern, auch Batman, Spiderman und andere gezeichnete Helden. Die Ausstellung „Helden, Freaks und Superrabbis. Die jüdische Farbe des Comics“ zeigt über 300 Objekte von über 45 Künstlern. 

Ein Muss für jeden Berlin-Touristen ist ein ausgedehnter Besuch der Berliner Museumsinsel – mit der Vielfalt des baulichen wie kulturellen Erbes einer der wichtigsten Museumskomplexe  der  Welt.  Alte  Nationalgalerie,  Altes  Museum und  –  erst  2009  nach jahrzehntelangem  Dasein  als  Kriegsruine  wiedereröffnet  –  Neues  Museum,  Bode Museum sowie Pergamonmuseum sind touristische Anziehungspunkte. Hier lässt sich trefflich Geschichte atmen. Allein fürs Pergamon-Museum sollte man mindestens einen halben Tag einplanen: Weltbekannt sind die imposanten Rekonstruktionen archäologischer  Bauensembles  wie  Pergamonaltar,  Ischtar-Tor  samt  Prozessionsstraße  aus Babylon. 

Doch nicht nur Berlins alte (und neue) Mitte, wo sich die Museumsinsel findet, bietet viel. Die deutsche Hauptstadt hat eben viele Zentren. Empfehlenswert ist zum Beispiel Schloss Charlottenburg, wo einst Friedrich der Große residierte.

Ein Abstecher lohnt wegen der exquisiten Sammlungen von Weltrang auch an den Rand Berlins ins Museumszentrum Berlin-Dahlem mit dem Museum für Ostasiatische Kunst, dem Ethnologischen Museum und dem Museum Europäischer Kulturen (das allerdings erst wieder im Herbst 2010 nach Umbauarbeiten eröffnet wird). Und wer lieber auf deutschen Spuren wandelt, ist mit einem Besuch des Deutschen Historischen Museumsgut beraten. Deutsch-deutschen Befindlichkeiten lässt sich dort, aber auch im DDR-Museum nachspüren. Wobei: Historie gibt’s in Berlin sowieso an jeder Ecke. Und mit etwas Glück – man muss die Berlinerinnen und Berliner nur ansprechen! – gibt es die passende Geschichte an Ort und Stelle gleich gratis dazu.

 

© Jüdisches Museum Berlin/Jens Ziehe

Adressen

Berliner Museumsinsel: 

Alte Nationalgalerie, Altes Museum, Neues Museum, Bode-Museum, Pergamonmuseum: Am Lustgarten 1, Berlin-Mitte 

Das Verborgene Museum, Schlüterstraße 70, Berlin-Charlottenburg

DDR Museum Berlin, Karl-Liebknecht-Straße 1, Berlin-Mitte

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Berlin-Mitte

Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Invalidenstraße 50-51, Berlin-Mitte

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9-14, Berlin-Kreuzberg

Museum für Ostasiatische Kunst, Lansstraße, Berlin-Dahlem

Ethnologisches Museum Arnimallee 27, Berlin-Dahlem

Museum Europäischer Kulturen Im Winkel 6-8, Belin-Dahlem

Puppentheater-Museum, Karl-Marx-Straße 135, Berlin-Neukölln

Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 10, Berlin-Charlottenburg

Schwules Museum, Mehringdamm 61, Berlin-Kreuzberg

 

 

 

www.visit-berlin.de

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